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Multiband Portabelantenne: Chameleon Hybrid Antennensystem:

02/2015 - Ein Bericht von Tom, DC7HS aus Bergen:

Vor kurzem hatte ich (DC7HS) die Möglichkeit, Antennen der Chamäleon-Antennensystemen in der Praxis
testen zu dürfen. Ich und entschied mich für das Hybrid-System, welches mir mehrere Optionen der
Antennenmontage zur Verfügung stellen konnte. Dieses System kann als endgespeister Langdraht, als Dipol
oder als Vertikalstrahler sowohl stationär als auch als Portabellösung verwendet werden.

Im Grunde handelt es sich um einen adaptiven Antennenfuß, in dem ein Breitband Anpasstransformator
verbaut ist und der sowohl mit Drahtantennen, als auch 3/8 Zoll Vertikalantennen genutzt werden
kann. Natürlich passen hier die originalen Chamäleon Mobilfunkstrahler, die ebenso stationär nutzbar sind.
Aber auch jede andere 3/8 Zoll-Variante kann verwendetwerden.

Normalerweise werden keine Radiale benötigt, um jedoch optimale Abstrahlbedingungen zu erzielen, kann ich
die Verwendung von Radialen nur empfehlen.

Kommen wir zum Versuchsaufbau: Ich verwendete ein Dreibeinstativ mit einem 4m langen Teleskopmast, an
dem ich den Hybrid-Fuß mit einem U-Winkel angebracht hatte. An der unteren Masseschraube, wo der Fuß
auch befestigt wird, hatte ich 4 Radiale zu je 5 m Länge angebracht und in die jeweiligen Himmelsrichtungen
ausgelegt. Als Strahler diente eine C-Whip Maxi-Antenne für 10, 15, 20, 40 und 80 m, deren Stubs ich noch für
die Bänder 12m und 17m austauschen kann. Zur Vorsicht hatte ich einen automatischen Antennentuner von
MFJ noch dabei.

Als Transceiver verwendetet ich einen Yaesu FT-857D. Die rundherum freie Testlokation war auf einer Anhöhe
bei Umrathshausen in der Nähe von Prien am Chiemsee.

Praxis: Im gesamten 10m Band zeigte die Antenne auf Anhieb ein gutes SWR-Verhältnis von 1,2:1 bis 1,4:1.
Der Tuner war nicht integriert. Nach Austausch des 12m-Stubs war auch hier die Anpassung ohen Tuner kein
Problem. Auf 15m und 17m musste ich den Stub etwas anpassen, erzielte aber dort ein VSWR von 1,2:1 bis
1,5:1 im gesamten Band. Das 20m Band war überhaupt kein Problem. Hier bewegte sich die SWR-Nadel so
gut wie gar nicht. Auch das 40m Band war genauso problemlos anzupassen. Gemessen wurde grundsätzlich
mit 10 Watt Ausgangsleistung. Bei 80m musste ich den Staub schon etwas „streicheln“, das SWR ergab nach
der Einstellung 1,3:1 bis 1,5:1 über das gesamte Band, was ich schon als sehr gut empfinde.

Somit brauchte ich nirgends einen Antennentuner und konnte anfangen zu arbeiten.

Gleich auf 15m gelangen mir 4 QSOs mit europäischen Stationen und zwei russischen Stationen in Omsk und
Krasnodar. 10m ging jetzt noch weiter, hier war die US-Ostküste präsent und Namibia dabei. Auf 17m hatte ich
ein QSO mit Dänemark und einer sibirischen Station in Novosibirsk.

Die 20m waren perfekt, ich führte aufgrund von Zeitmangel nur zwei QSOs mit Finnland und wiederum Ostküste
USA. Alle Gespräche ergaben Rapporte um 57 bis 59, was für einen eigentlichen Mobilfunkstrahler und 80
Watt Ausgangsleistung schon recht ordentlich ist.

Letztendlich noch 3 QSOs auf dem 40 m-Band nach Stuttgart, Hamburg und Lyon in Frankreich, damit endete
mein Test. Alle QSOs würden in SSB Phonie geführt. 

Mein Fazit: Als Portabellösung wirklich optimal! Schnell aufgebaut und auf beinahe allen Bändern (kein 160 m)
mit ordentlichen Ergebnissen QRV. Aber nochmal gesagt, mit Radiale schon eine wesentliche Verbesserung
beim Empfang, somit kann man auch beim Senden davon ausgehen.

Diesen adaptiven Antennenfuß gibt es bei WIMO zu kaufen, er liegt bei 265,- Euro und beinhaltet eine
endgespeiste Lösung zum Start.

Diese Hybridlösung kann auf jedem Truck, Auto, Balkon, Dach und Portabelmöglichkeit genutzt werden.
Wichtig auch hier: Masse (niederohmiges, elektrische Gegengewicht) muss vorhanden sein, andern Falls
dringend Radiale verwenden!

Die Fa. MFJ bietet die langen Teleskope mit 3/8 Zoll-Gewinde. Diese können ebenso verwendet werden –
kosten jedoch im Durchschnitt 50,- Euro. Für 12m und 17m kann ein Tuner hilfreich sein.

Es war mal wieder ein KW-Erlebnis mit einer sogenannten Kompromisslösung, die ich aber gerade bei
Portabelbetrieb, oder beengten Platzverhältnissen im heimatlichen Shack für absolut akzeptabel halte. 

Es gibt ein kleines Video zur Balkonvariante zum Anschauen.

Der Preis ist jetzt nicht so sonderlich günstig, aber er scheint es wert zu sein, das muss Jeder für sich selbst
entscheiden. Europa und angrenzende Gebiete sind anscheinend immer zu arbeiten, die 7.000 km Grenze
wurde auch erreicht, alles Weitere müsste man in einem längeren Laufzeittest nochmal analysieren.

 

vy 73 
Tom, DC7HS